Im Interview mit dem österreichischen Wochenmagazin profil (Ausgabe vom 20. Juni 2026) hat Innenminister Gerhard Karner die Schwerpunkte der aktuellen Sicherheits- und Migrationspolitik bekräftigt.
Karner betonte die konsequente Rückführung von Personen ohne gültiges Aufenthaltsrecht, insbesondere bei straffälligen Personen. Im vergangenen Jahr wurden rund 14.200 Rückführungen durchgeführt – ein Rekordwert. Gleichzeitig werden Asylverfahren syrischer Staatsangehöriger nach dem Sturz des Assad-Regimes neu bewertet, wobei auf die Integration vieler bereits in Österreich lebender Syrer hingewiesen wird.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der neue EU-Asyl- und Migrationspakt, der schnellere Verfahren an den Außengrenzen und effektivere Rückführungen ermöglichen soll. Zudem spricht sich Karner für eine restriktive Regelung beim Familiennachzug aus, um Integration und das Bildungssystem zu entlasten.
Besonders besorgniserregend sei laut Innenminister die steigende Jugendkriminalität, insbesondere bei 10- bis 14-Jährigen. Geplant seien strengere Maßnahmen wie Fallkonferenzen, verpflichtende Elternarbeit sowie rechtliche Möglichkeiten für Maßnahmen bei unter 14-Jährigen unter richterlicher Kontrolle.
Auch der Kampf gegen Extremismus aller Art – islamistisch, links- und rechtsextrem – sowie mögliche Sicherheitsrisiken nach dem Ukraine-Krieg, etwa durch Waffenhandel und Drohnentechnologie, wurden thematisiert.
Quelle: profil, Ausgabe vom 20. Juni 2026




