Heute, am 28. Juni 2026, finden in der Stadt Graz die Gemeinderats- und Bezirksratswahlen statt. Dieses politische Ereignis bestimmt die Zusammensetzung der lokalen Regierung für die kommenden Jahre. Die Wahl gilt als wichtiger Meilenstein in der politischen Entwicklung der Stadt, insbesondere nach den tiefgreifenden Veränderungen seit der Wahl im Jahr 2021.
Der Gemeinderat der Stadt Graz besteht aus 48 Mandaten und wird durch ein Verhältniswahlsystem gewählt. Jede Partei oder politische Gruppierung benötigt 25 Sitze, um die Mehrheit im Gemeinderat zu erreichen. Nach der Bekanntgabe der Ergebnisse wählt der neu zusammengesetzte Gemeinderat die Bürgermeisterin oder den Bürgermeister sowie die Stadtregierung (Stadtsenat), die üblicherweise proportional unter den politischen Kräften aufgeteilt wird.
Die Wahl im Jahr 2021 brachte einen bedeutenden politischen Wandel in der Stadt. Die Kommunistische Partei (KPÖ) erhielt 15 Mandate mit einem Stimmenanteil von 28,8 %. Danach folgte die Österreichische Volkspartei (ÖVP) mit 25,9 %. Die KPÖ bildete anschließend gemeinsam mit den Grünen und der Sozialdemokratischen Partei (SPÖ) eine Koalition, während ÖVP und FPÖ in der Opposition blieben.
Auf dieser Grundlage wurde die Stadtregierung aus KPÖ, Grünen und SPÖ gebildet, die in den vergangenen Jahren die Geschicke der Stadt lenkte. Dabei wurde Elke Kahr zur Bürgermeisterin gewählt, was einen historischen Wandel in der lokalen Politik darstellte.
In den letzten Jahren konzentrierte sich der Gemeinderat von Graz auf Themen wie Wohnraum und Mieten, die Verwaltung öffentlicher Dienstleistungen, den Ausbau der Infrastruktur sowie die Förderung des öffentlichen Verkehrs. Gleichzeitig rückten soziale und wirtschaftliche Herausforderungen, insbesondere die steigenden Lebenshaltungskosten, stärker in den Mittelpunkt der politischen Arbeit.
Gleichzeitig kam es in der Stadt auch zu intensiven politischen Debatten über Migration, Sicherheit, wirtschaftliche Entwicklung sowie das Gleichgewicht zwischen städtischem Wachstum und Umweltschutz.
Aktuelle Wahl :
Die Gemeinderatswahl 2026 findet in einem offenen politischen Wettbewerb statt, ohne dass derzeit ein klarer Sieger mit sicherer Mehrheit erkennbar ist. Die allgemeine politische Stimmung deutet auf einen weiterhin intensiven Wettbewerb zwischen den wichtigsten politischen Kräften in der Stadt hin, mit möglichen Veränderungen im Kräfteverhältnis im Vergleich zur letzten Wahlperiode.
Umfragen deuten auf einen leichten Vorsprung von Elke Kahr und der KPÖ hin, während die Zahl der Wahlberechtigten im Vergleich zur letzten Wahl leicht gestiegen ist. Insgesamt sind bei dieser Wahl 225.883 Personen wahlberechtigt.




